Inspirationen vom Corporate Culture Jam in Bonn

Heute gehts um keine Bewerbungen, sondern um den Corporate Culture Jam – ein Lieblingsprojekt von mir. Was wir im Mai in Wien starteten, fand Ende September seine Fortsetzung in Bonn. Dieses Mal war ich als Gast dabei und hatte auch wirklich Zeit für Gespräche, für Diskussionen und konnte den Referentinnen und Referenten aufmerksam lauschen. Ein paar inhaltliche Highlights beschäftigen mich auch noch 2 Wochen später. Von denen möchte ich euch erzählen.

  1. HR oben ohne – DB Vertrieb GmbH

Dieser Vortragstitel versprach viel – und er hielt es auch. Sonja Sturm und Daniela Waltenspiel erzählten vom neuen, agilen Arbeiten im HR Bereich von DB Vertrieb.

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Die Märkte und Rahmenbedingungen ändern sich, das hat natürlich großen Einfluss auf den DB Vertrieb. Transformation steht auf der Agenda. Das Motto lautet „KAI“:  kundenzentriert, agil, innovativ. Der HR Bereich begleitet diese Transformation und verändert sich gleich mal selbst.

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Hauptcredo im HR ist der Fokus auf das Business und auf die Kunden. Der Change im HR darf kein Selbstzweck sein. Es folgten turbulente Zeiten und Maßnahmen: agile & kreative Methoden lernen, fixe Arbeitsplätze aufgeben, ein neues Raumkonzept entwickeln, Möbel kaufen, selber handwerken, mit VordenkerInnen vernetzen, mobiles Arbeiten einführen usw.

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Mittlerweile arbeitet das gesamte HR Team mit Scrum, wenn es um große Themen geht. Sprints, Reviews und Retrospektiven gehören jetzt zum HR Alltag. Das alles ist schon sehr beeindruckend, aber das Highlight in diesem Vortrag war sicherlich der Wegfall von Hierarchie. Unter dem Motto „Kreis statt Kästchen“ wagte man die Experimente demokratische Führungswahl und Selbstorganisation. Die Rollenverteilung sieht jetzt so aus:

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Ich bin noch immer sehr inspiriert von Danielas und Sonjas Erzählungen. Gerade von einem tradierten Unternehmen wie der Deutschen Bahn hätte ich so viel Mut und Innovation nicht erwartet.

Wer mehr dazu lesen will, das Magazin Personalwirtschaft hat ein Interview herausgegeben.

Auch auf Twitter gab es viel Lob für diesen Case:

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2. Zufriedene Mitarbeiter, zufriedenes Unternehmen – Upstalsboom

Daniela Gleue ist Herzlichkeitsbeauftrage von Upstalsboom, einer norddeutschen Hotelkette. Upstalsboom gilt als Vorreiter in Sachen Corporate Happiness und Mitarbeiter-Wertschätzung. Mittlerweile gibt es 2 Filme und 1 Buch über den Upstalsboom Weg.

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Alleine schon der Fakt, dass es eine Herzlichkeitsbeauftrage gibt, sagt viel über die Kultur im Unternehmen aus. Aber es war nicht immer so. Der Geschäftsführer Bodo Jansen war vor einigen Jahren mit vernichtenden Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung konfrontiert. Bodo Jansen fragte damals nach: „Was braucht ihr, um zufriedener zu sein?“ Ein Mitarbeiter antwortete: „Einen neuen Boss.“ Das tat weh und brachte Bodo Jansen zum Nachdenken. Er ging ins Kloster und beschäftigte sich mit positiver Psychologie.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Mittlerweile handelt man bei Upstalsboom nach dem Prinzip „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ und hat die Organisation ziemlich auf den Kopf gestellt. Der Wertebaum wurde von den MitarbeiterInnen geschaffen und wird von ihnen gelebt.

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2 Geschichten von Daniela möchte ich stellvertretend für viele andere rausnehmen: Da wäre zuerst mal das soziale Engagement des Unternehmens. Alle MitarbeiterInnen bekommen 1 freien Tag pro Monat für ein soziales Projekt. Und der Rollentausch hat mich auch begeistert. 12 MitarbeiterInnen schlüpfen in Führungsrollen und führen ein Hotel 2 Tage lang. Solche Initiativen brauchen Mut und Vertrauen.

Daniela zeigte uns auch einen Film über das Projekt“Moin moin to Ruanda“, indem MitarbeiterInnen von Upstalsboom einen Schulbau in Afrika unterstützen. Gänsehaut pur:

Das alles klingt nicht nur toll, auch der wirtschaftliche Erfolg stellte sich ein. Die Mitarbeiterzufriedenheit stieg auf über 80 %. Die Krankenquote sank dramatisch. Die Markenbekanntheit verzehnfachte sich und die Kundenzufriedenheit hat enorm zugenommen. Ein schöner Satz dazu von Daniela: „Kümmere dich um die Menschen in deinem Unternehmen, dann kümmern sich die Ergebnisse um sich selbst.“

Auch auf Twitter konnte man die Begeisterung für Upstalsboom spüren:

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Mein Fazit vom Corporate Culture Jam in Bonn:

Stephan Grabmeier erwähnte es in seinem Vortrag: „Es geht nicht um die digitale Transformation, sondern um die kulturelle Transformation.“ Wir haben beim Jam einige Rolemodels kennengelernt. Wir haben Methoden, wie Lego Serious Play oder Eigenland ausprobiert. Besonders spannend waren für mich die Gespräche mit TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Branchen. Alle sind betroffen vom Kulturwandel. Den Sager des Jams brachte für mich Jan Pechmann, Geschäftsführer von Diffferent: „Empathie gibt’s nicht im Appstore.“ Gott sei Dank, für die müssen wir schon noch selber sorgen. Ich freue mich schon auf den Corporate Culture Jam im Mai 2018 in Wien.

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