Wie ich zu meinem neuen Job kam

Meine Bewerbungsreise ist beendet. Eigentlich schon länger, aber jetzt ist alles unter Dach und Fach und darum kann ich mit gutem Gefühl darüber schreiben.

Auf der Jobsuche habe ich ein Inserat von der VDV-Akademie gesehen. Sie suchten eine Expertin für Employer Branding in Köln. Die Jobbeschreibung fand ich ansprechend. Aber die VDV-Akademie sagte mir nichts. Nach der Google-Recherche war ich klüger: Es handelt sich um die Akademie des Verbandes der deutschen Verkehrsunternehmen. Schade, dachte ich. Interessanter Job, aber bei einem Verband will ich nicht arbeiten. Das passt nicht zu mir.

Im Google-Zeitalter sieht man sich aber immer wieder. Das Jobinserat poppte regelmäßig   am Bildschirm auf, wenn ich im Internet unterwegs war. Cookies sei Dank 😉 Ich schaute mir die Akademie nochmals genauer an. Warum eigentlich nicht, dachte ich mir. Vielleicht brauchen genau solche Organisationen bunte Hündinnen wie mich. Also schickte ich die Bewerbung ab. 2 Tage später kam auch schon der Anruf und bald danach reiste ich nach Köln.

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Das 1. Gespräch führte ich mit dem Geschäftsführer der Akademie und seiner Assistentin. Der Verband hat 600 Mitgliedsunternehmen, die Creme de la Creme des öffentlichen Verkehrs und des Schienengüterverkehrs in Deutschland. Die Akademie ist Bildungs-Dienstleister für die Mitgliedsunternehmen und bietet Lehrgänge, Trainings und Tagungen an. Wir plauderten 2 Stunden über den Megatrend Mobilität, über den Fachkräftemangel und über die gelplante Employer Branding Dachkampagne. Es war ein cooles Gespräch. Ich ging inspiriert aus dem Büro und rechnete fix mit einem 2. Gespräch.

Dann hörte ich einige Tage nichts. Mein Optimismus wurde von Tag zu Tag kleiner. Vielleicht täuschte ich mich doch und meine positive Wahrnehmung war falsch. Aber dann kam endlich der ersehnte Anruf.

Und so fuhr ich am Brückentag (=Fenstertag) wieder nach Köln. Herr Weber-Wernz, der Geschäftsführer lies gleich die Katze aus dem Sack: „Liebe Frau Prettenhofer, den Employer Branding Job haben wir in der Zwischenzeit schon mit einer tollen Expertin besetzt. Der ist nicht mehr frei.“ Na bumm, ich war schockiert. Was mache ich dann hier?

„Aber wir wollen sie für einen anderen Job. Einen Job, den es noch gar nicht gibt. Wir wollen ihre Stärken nutzen und frischen Wind in die Akademie bringen. Wir brauchen ihre innovative Art und ihre Begeisterung für Neues.“

Dann gingen wir zu einem Flipchart und er zeigt mir ein Chart, auf das er Ideen und Aufgaben geschrieben hat. Da war unter anderem zu lesen: Mitreissen, Formate neu entwickeln, Social Media ausbauen, etc. Das Ziel: Die VDV-Akademie zur Marke machen, über die man spricht – in der Branche und darüber hinaus.

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WOW, ich war kurz sprachlos und völlig überrascht. Nach 50 Minuten ging ich mit einem konkreten Angebot nach Hause. Es handelte sich um einen Job, der auf mich und meine Stärken zugeschnitten war.

Mein Bauch sagte sofort Ja. Aber trotzdem wollte ich ein paar Nächte darüber schlafen und ich hatte auch noch andere spannende Jobs und Unternehmen in petto. Als ich meinem Mann von dieser Begegnung erzählte, war er sofort Feuer & Flamme. Und das ist bei meinem Mann eher selten. Ich schlief dann einige Nächte darüber und mir wurde immer klarer: Das will ich machen. Das ist mein Job für die nächsten Jahre.

Apropos Jahre: Ich sagte schon im 1. Interview, dass ich sicher nicht länger als 5 Jahre bleiben werde. Das würde nicht zu mir passen. Nach einiger Zeit brauche immer wieder etwas Neues. Aber die Jahre, die ich da bin, bin ich ein Wirbelwind. Versprochen. Als ich diese Geschichte meinem Papa erzählte, war er ganz fertig. Wie kann ich so etwas nur sagen, das macht doch einen schlechten Eindruck. Ja lieber Papa, so ist es mit dieser Generation Y 😉 Meinen Chef in spe hat das nicht gestört. Ganz im Gegenteil.

Mein Experiment „Jobsuche anders“ ist geglückt. Denn ohne meine Website und meinen frechen Bewerbungs-Auftritt wäre Herr Weber-Wernz nicht auf die Idee gekommen, diesen Job für mich zu schaffen. Am 8.1.2018 starte ich. Wie meine konkrete Jobbezeichnung lauten wird, das steht noch nicht fest. Aber uns wird etwas Passendes einfallen. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe, auf das Team und vor allem das Thema „Mobilität“. Da kommen viele Chancen auf den Markt, da liegen aber auch viele Hindernisse auf der Stecke. Langweilig wird mir bestimmt nicht.

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