Auf Wiedersehen Selbständigkeit

Seit 4 Wochen gehöre ich wieder zur Gruppe der Angestellten. Viele fragen mich: Warum gibst du deine Freiheit als Selbständige auf? Dazu fällt mir nur ein Satz ein: Ich habe mich schon lange nicht mehr so frei gefühlt wie jetzt. Gestern überwies ich das letzte Mal die Umsatzsteuer an das Finanzamt. Ein tolles Gefühl. Der Brief über das Versicherungsende bei der österreichischen SVA hat mich noch mehr strahlen lassen. Ich bekomme wieder jeden Monat mein pünktliches Gehalt und ich habe die Gewissheit: Das gehört alles mir. Keine Rücklagen für Finanzamt und Sozialversicherung. Das macht mich sehr glücklich.

Ich war fast 5 Jahre selbständig und habe sehr viel dabei gelernt. Als Beraterin musste ich ständig up-to-date sein. Dafür buchten mich meine Kunden, das durften sie erwarten. Das hat mir auch großen Spaß gemacht. Weniger Spaß hat mir die Akquise gemacht. Obwohl viele meinen, ich sei die geborene Verkäuferin. Selbstbild – Fremdbild.

Was ich auch nicht vermisse: Das Gefühl, wenn keine Aufträge in Sicht waren. Die ruhigen Monate konnte ich nie wirklich genießen, weil ich mir Sorgen machte, wann der nächste Kunde kommt. Hatte ich mehrere Aufträge gleichzeitig, war ich gestresst, weil Kunden immer alles sofort und in der Minute wollten. Dann sehnte ich mich wieder nach weniger Aufträgen. Ein Teufelskreis.

Jetzt bin ich angestellt und genieße meine Wochenenden, die wirklich arbeitsfrei sind. Ich arbeite wieder im Team und wir verfolgen gemeinsame Ziele. Klar, ich verdiene etwas weniger, aber die Lebensqualität hat sich erhöht. An was ich mich erst gewöhnen muss, ist die Stechuhr. Das Wort „Kernzeitverletzung“ in meinem elektronischen Zeitjournal bringt mich schon zum Schmunzeln, wenn ich 2 Minuten nach 9 Uhr im Büro eintrudle 😉

Im Moment passt das Angestelltenleben sehr gut für mich. Vor allem weil ich dadurch schnell nette Leute in einer fremden Stadt kennenlerne. Das ist für mich extrem wichtig. In großer Runde gemeinsam essen, Teammeetings oder mal am Abend auf ein Kölsch gehen. Herrlich. Aber ich will keinesfalls ausschließen, dass ich nicht in einigen Jahren wieder mal selbständig arbeiten werde. Who knows. Vielleicht habe ich dann mehr Gelassenheit, wenn Vor- und Nachzahlungen der Sozialversicherung anstehen.

2 Gedanken zu „Auf Wiedersehen Selbständigkeit“

  1. Liebe Sabine,

    spannende Erfahrunfg, die du da machst. Wie du schon sagst, gibt es ja für beide Varianten gute und weniger gute Gründe, die einfach zur aktuellen Lebensphase passen sollten. Ich werde gerne verfolgen, wie dein weiterer Weg aussieht. 😃

    Viele Grüße
    Marcel

    Gefällt 1 Person

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