New Work in der Elphi – #NWX18

Ich war letzten Dienstag in Hamburg und besuchte die New Work Experience von XING. Um die Impulse in meinem Kopf zu sortieren und allen Daheimgebliebenen Eindrücke zu geben, habe ich meine Highlights zusammengefasst.

Ich gebe zu, ich habe das Ticket für die NWX18 vor Monaten hauptsächlich wegen der Elphi gekauft. Die steht schon länger auf meiner Bucket List, darum habe ich gleich am ersten Tag des Kartenverkaufs zugeschlagen. Nach und nach wurde das Programm bekannt und meine Vorfreude wuchs immer mehr.

Die Location hat für viele offene Münder gesorgt. Die Draufgabe war natürlich der blaue Himmel, der Sonnenschein und das Packeis. Ein wahres Naturspektakel.

Mir fehlten kurz mal die Worte, als ich den großen Saal der Elbphilharmonie betrat. XING versteht Eventmarketing. Das Design der Bühne und die Beleuchtung waren gewaltig.

Lustig, aber wenig agil fand ich das Reservierungs-Phänomen der besten Plätze. Kurz fühlte ich mich wie im All- Inclusive-Club. Statt den Handtüchern wurden Schals, Taschen und Mäntel verwendet. Anscheinend wäre es für viele Gäste schwer zu ertragen gewesen, ein paar Stunden nicht neben den Lieblingsmenschen zu sitzen.

Der erste inhaltliche Höhepunkt war für mich David Richard Precht. Der Rockstar unter den Philosophen. Gewohnt launig und unterhaltsam brachte er viele zum Nachdenken.

Es folgte Jürgen Schmidhuber, ein KI Experte. Der sorgte für ziemlich viel Aufregung mit diesem Zitat:

Am Ende des Interviews hatte ich ganz viele Fragezeichen im Kopf. Schade!

Dann kam Janina Kugel, CHRO von Siemens auf die Bühne. Ich habe schon einige Videos von ihr gesehen und Interviews gelesen. Sie ist für mich ein Leuchtturm, wenn es um die Transformationsrolle von HR geht. Einige ihrer stärksten Botschaften:

In der Pause hatte ich ein spannendes Gespräch mit meinem Sitzpartner. Er meinte, er sei enttäuscht von Janina Kugel gewesen. Das sind alte Hüte, über die sie referierte. Ich entgegnete, denn ich finde für einen Konzern sind das keine alten Hüte. Vor allem keine gelebten, alten Hüte. Ich nehme ihr ab, dass sie ein ehrliches Interesse hat, Siemens zu verändern. Und ich kenne viele HR Verantwortliche, die noch lange nicht so weit sind. By the way: Besonders cool finde ich, dass Janina Kugel regelmäßig twittert und zwar auch mit der normalen HR Community. Nicht nur mit den Wirtschaftseliten.

Von einer Powerfrau zu einem älteren Mann, der nicht so schnell redet, aber aus dem ganz viel Erfahrung spricht: Götz Werner, der Gründervater von DM. Er begrüßte mal alle mit folgendem Satz: „Herzlich Willkommen liebe Kundinnen und Kunden.“

Es folgten viele kluge Weisheiten:

Auch er plädierte wie Richard David Precht für das bedingungslose Grundeinkommen. Spannende Ansichten. Ich bin neugierig, wann das bedingungslose Grundeinkommen in der breiten Öffentlichkeit als Diskussionsthema ankommt.

Vom älteren Mann switchten wir wieder zu einer jungen Frau: Ji-Hae Park. Eine Geigerin aus Südkorea. Zuerst verzauberte sie unsere Ohren mit ihrer wunderbaren Musik und dann sorgte sie für Gänsehaut mit ihrer ganz persönlichen Geschichte.

Die Musik war und ist Ji-Hae Parks Leben. Doch der Druck und Selbstzweifel stürzten sie in Depressionen. Paradoxerweise war es wieder die Musik, die ihr Kraft gab und sie heilte. „Die Musik streichelte mich,“ davon ist sie überzeugt. Heute hält Ji-Hae Park nicht nur Vorträge auf Konferenzen, sondern auch in Gefängnissen oder Krankenhäusern.

Das war er der Vormittag. Für mich ein WOW-Vormittag. Die Mischung machte es aus. Die Diversität an Themen, Geschlechtern, Rollen. Jung, alt, männlich, weiblich, Techniker, Künstlerin. Krasse Gegensätze. So wie New Work eben ist. Nicht einfach, nicht rund.

Dann ging es weiter in Richtung Hafen. Dort war das Nachmittagsprogramm in unterschiedlichen Locations aufgeteilt. Auch das fand ich spannend und anders. Ich spürte leichte FOMO Anfälle. Auch das ist New Work. Auch mal was auslassen können, Mut zur Lücke haben.

Ein Highlight für mich war Angelina Peipers von Otto. Sie sprach über die Corporate Influencer und warum sie immer wichtiger werden – besonders im Employer Branding. Ich habe schon mehrere Otto-Leute auf Konferenzen gehört. Das klingt alles sehr echt. Es scheint so, also ob Otto viel richtig macht im Kulturwandel.

Erwähnen möchte ich noch die Diskussion mit Reza Moussavian von der Telekom, Stephan Grabmeier von Kienbaum, Angelika Kambeck von Kloeckner und Felicitals v. Kya von Vattenfall. Sie sprachen über das Thema Ambidextrie:

Zum Nachdenken brachte mich später Markus Albers, der das Buch „Digitale Erschöpfung“ schrieb. War er früher großer Verfechter von Homeoffice oder flexiblen Arbeitszeiten, warnt er jetzt vor den Nebenwirkungen. Ich persönlich finde es gut, dass auch über die Schattenseiten gesprochen wird. Die spüre ich oft an mir selbst. 24 Stunden online ist nicht New Work – für mich jedenfalls.

Leider war ich nicht persönlich beim Vortrag von Upstalsboom. Aber diese zwei Zitate haben mich angesprochen:

Dem Skype-Gespräch von Prof. Bergmann mit Max Neufeind konnte ich nicht mehr folgen. Das lag aber mehr an meiner geistigen Erschöpfung. Sicher nicht an den Protagonisten. Die Party lies ich auch aus, ein weiteres Zeichen meiner Erschöpfung. Ich gönnte mir noch mal einen Spaziergang durch die Elbphilharmonie. Die Schönheit dieses Bauwerks hat mich wieder runtergeholt.

Summa Summarum: Ich lernte spannende Menschen kennen und traf bekannte Gesichter wieder. Ich wunderte mich aber auch über einige kritische Stimmen vor Ort und im Nachhinein auf Twitter. Inhaltlich kann man streiten, ob alles gut war. Eigenartig finde ich die Kritik am Locationwechsel oder an der Themenfülle. Oder daran, dass zu wenig Freiraum zum Netzwerken und Diskutieren war. Liegt es nicht in unserer Selbstverantwortung, dass wir uns diese Freiräume nehmen? Niemand wurde gezwungen von 9 – 19 Uhr in Vortrags-Sessions zu sitzen. Neben den Vorträgen waren Dreier-Gespräche, Coachings und Workshops im Angebot. Und es waren viele Menschen anwesend, die auch ohne unterstützende Methode für anregende Gespräche offen waren.

Ich hatte das Gefühl, viele Menschen haben monatelang an diesem Event gearbeitet und viel Herzblut reingesteckt. Ich wünsche mir Empathie für diese Menschen, vor allem bei den Kritikern. Wie oft haben wir in den Vorträgen über die Menschen gesprochen? Über das Menschliche, das immer wichtiger wird. Dann wünsche ich mir diese Menschlichkeit auch im konstruktiven Feedback.

Ich sage Danke an das XING-Team. Für die Inspiration, für eure Liebe zum Detail und für eure Leidenschaft für das Thema.

2 Gedanken zu „New Work in der Elphi – #NWX18“

  1. Guten Morgen aus Wien und: Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Er hat mich an diesem Donnerstag Morgen inspiriert. Ich kann viele Eindrücke und Erfahrungen – aber auch Rückschlüsse, bezogen auf andere Kongresse oder Events, auch bei mir wieder finden. Erfahrungen nicht nur für sich zusammen zu fassen, damit nicht alles gleich wieder verfliegt im Tagesgeschäft, sondern in einem Blogbeitrag auch für andere fest zu halten, finde ich eine gute Idee. Dankeschön, dass du uns teilhaben lässt!
    Liebe Grüße nach Deutschland: You made my day!

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